Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) einfach erklärt

Veröffentlicht am 7. Juli 2025 · Dr.-Ing. Kamyar Nasrollahi

Das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, ist das zentrale deutsche Gesetz für die energetischen Anforderungen an Gebäude. Es regelt, wie viel Energie ein Gebäude verbrauchen darf, wie Energieausweise ausgestellt werden und welche Rolle erneuerbare Energien bei der Wärmeversorgung spielen. In diesem Artikel erkläre ich die wichtigsten Regelungen verständlich und ohne Fachjargon.

Was ist das GEG und wann ist es in Kraft getreten?

Das Gebäudeenergiegesetz wurde am 8. August 2020 vom Deutschen Bundestag beschlossen und trat am 1. November 2020 in Kraft. Es hat drei bisherige Regelwerke in einem Gesetz zusammengeführt: das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Damit wurde das Energieeinsparrecht für Gebäude vereinheitlicht, was die Anwendung und den Vollzug erleichtern soll.

Das GEG setzt zwei europäische Richtlinien in deutsches Recht um: die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD, Richtlinie 2010/31/EU) über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und die EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED).

Was regelt das GEG?

Das Gesetz enthält Anforderungen in mehreren Bereichen:

Die wichtigste Änderung ab 2024: Die 65-Prozent-Regel

Mit der zweiten Novelle des GEG, die am 1. Januar 2024 in Kraft trat, wurde geregelt, dass neu eingebaute Heizungen mindestens 65 Prozent ihrer Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme bereitstellen müssen. Diese Regel gilt für Neubauten in Neubaugebieten. Das Gesetz ist technologieoffen gestaltet, das heißt, es schreibt keine bestimmte Heizungsart vor. Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasseheizungen, Wärmenetze mit erneuerbaren Anteilen oder Kombinationen dieser Technologien können die Anforderung erfüllen.

Bestehende Heizungen, die vor dem 1. Januar 2024 installiert wurden und mit fossilen Energieträgern betrieben werden, genießen Bestandsschutz bis Ende 2044. Sie dürfen weiterhin betrieben und repariert werden.

Kurz gesagt: Wenn Sie nach dem 1. Januar 2024 eine neue Heizung einbauen, muss diese zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Alte Heizungen dürfen bleiben.

Der Neubaustandard seit 2023

Zum 1. Januar 2023 wurde der Neubaustandard verschärft. Der zulässige Jahres-Primärenergiebedarf im Neubau wurde von bisher 75 Prozent des Referenzgebäudes auf 55 Prozent reduziert. Das bedeutet, dass neue Gebäude deutlich weniger Energie verbrauchen dürfen als zuvor. Referenzgebäude ist ein Vergleichsgebäude mit festgelegten Eigenschaften, das als Maßstab dient.

Was bedeutet das für Eigentümer?

Für Eigentümer bestehender Gebäude bedeutet das GEG in erster Linie, dass bei Sanierungen und beim Heizungstausch bestimmte Anforderungen erfüllt werden müssen. Eine professionelle Energieberatung hilft dabei, die richtigen Maßnahmen zu planen und verfügbare Förderungen zu nutzen. Die BAFA fördert die Energieberatung für Wohngebäude mit bis zu 650 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Fazit

Das GEG ist das zentrale Gesetz für die energetischen Anforderungen an Gebäude in Deutschland. Die wichtigsten Änderungen der letzten Jahre betreffen den Neubaustandard und die Pflicht, neue Heizungen mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Wer baut, saniert oder die Heizung austauscht, sollte sich frühzeitig beraten lassen, um die Anforderungen einzuhalten und Förderungen nicht zu verpassen.

Quellen

  1. Wikipedia: Gebäudeenergiegesetz (abgerufen Juli 2025)
  2. Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB): Gebäudeenergiegesetz
  3. Gesetze im Internet: Volltext des GEG (gesetze-im-internet.de)
  4. BBSR-GEG-Infoportal: GEG-Infoportal
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